Der ehemalige Rif-Führer Abd el-Krim hat auf seinem Weg in die Verbannung europäischen Boden betreten.[1] Nach Berichten des Pariser Figaro traf der Dampfer Abda am Mittag des 31. August auf der Reede von Marseille ein.[2] An Bord befanden sich neben dem Verbannten auch seine Eltern, seine Frauen, Kinder sowie sein Sekretär — eine beträchtliche Entourage.[2] Das Harburger Tageblatt präzisiert, dass das gesamte Gefolge 22 Personen umfasst.[1] Wegen starken Seegangs verzögerte sich die Ausschiffung jedoch; erst nach 14 Uhr konnte ein Schlepper längsseits gehen und die Reisegesellschaft aufnehmen.[2] Das umfangreiche Gepäck der Familie wird laut dem Figaro in einer zweiten Aktion an den Docks entladen.[2]
Die Gruppe wurde umgehend auf die kleine Insel Frioul vor Marseille gebracht.[1] Dort bezog sie das Lazarett, genauer den sogenannten Pavillon Fauvel.[3] Wie der Temps ausführt, dient dieses Gebäude üblicherweise der Unterbringung von Passagieren der Ersten Klasse, wenn an Bord eines Schiffes Quarantänemaßnahmen erforderlich sind.[3] Zuvor hatten ein französischer Kommandant und der Generalkonsul Saugon die Räumlichkeiten inspiziert, um die Vorkehrungen für den kurzen Aufenthalt zu überprüfen.[3] Bereits am Donnerstagnachmittag soll die Weiterreise erfolgen.[1] Abd el-Krim wird dann den Dampfer Amiral-Pierre besteigen, der ihn zu seinem endgültigen Exilort auf der Insel Réunion im Indischen Ozean bringen wird.[3][1]
Gegenüber einem Journalisten, der sich an Bord der Abda Zugang verschafft hatte, zeigte sich der Gefangene resigniert.[3] Dem Temps zufolge erklärte Abd el-Krim, das Exil sei schwer für diejenigen, die ihre Heimat lieben.[3] Er trete die Reise keineswegs freudigen Herzens an, sei aber geistig beruhigt.[3] Auffällig ist seine späte Einsicht in die Überlegenheit der französischen Macht. Die Zeitung zitiert ihn mit dem Eingeständnis: „Hätte ich das Prestige dieses großen Landes gekannt, hätte ich niemals gewagt, ihm den Krieg zu erklären.“[3] Nunmehr setze er sein Vertrauen in das Wort Frankreichs und überlasse sich dessen Gerechtigkeit und Milde.[3]