Ein überraschender Eingriff der preußischen Bau- und Finanzdirektion hat das geplante Fest der modernen Künstlerschaft in der Reichshauptstadt zunichtegemacht.[1] Wie das Berliner Tageblatt berichtet, wurde das groß angelegte Künstlerfest der Internationalen Vereinigung der Expressionisten, Futuristen, Kubisten und Konstruktivisten kurzfristig behördlich verboten.[1] Die Veranstaltung, die unter dem klangvollen Titel „Eine Sommernacht bei den Abstrakten“ stattfinden sollte, fällt damit vorerst aus.[1]
Besonders bemerkenswert an diesem Vorgehen ist der offene Widerspruch zwischen den verschiedenen staatlichen Instanzen.[1] Die Leitung der Künstlervereinigung, deren vielbeachtete Arbeiten dem städtischen Publikum derzeit auf der Großen Kunstausstellung wohlbekannt sind, hatte sich im Vorfeld ordnungsgemäß abgesichert.[1] Der zuständige Berliner Polizeipräsident hatte bereits die Erlaubnis zur Abhaltung des Festes offiziell erteilt.[1] Dem Berliner Tageblatt zufolge traf das plötzliche Einschreiten der Bau- und Finanzdirektion die Organisatoren völlig unvorbereitet, da das Verbot kurzfristig wegen angeblicher „feuerpolizeilicher Bedenken“ ausgesprochen wurde.[1]
Die bereits verschickten Einladungen zu der sommerlichen Feier müssen nun hastig zurückgezogen werden — dies ist ein unangenehmer Rückschlag für die Veranstalter.[1] Den Vertretern der modernen Kunstströmungen bleibt in Berlin ein solches Missgeschick treu, sobald es um die unkomplizierte Organisation geselliger Zusammenkünfte geht. Die Zeitung äußert die Erwartung, dass die Abstrakten ihr Fest zu einem späteren Zeitpunkt ohne behördliche Störung nachholen können.[1]