Der Polizeipräsident hat Direktor Eugen Robert die Veranstaltung weiterer Vorstellungen in dem erst am 1. September wieder von ihm übernommenen Theater Tribüne aus sicherheitspolizeilichen Gründen untersagt.[1]

Wie der Vorwärts meldet, hatte die Theaterpolizei der Direktion schon seit längerer Zeit eine Reihe von zwingenden baulichen Veränderungen zur Pflicht gemacht.[1] Diese Maßnahmen sollten die Sicherheit des Publikums und der mitwirkenden Schauspieler gewährleisten. Die Behörden achten inzwischen verstärkt auf eine konsequente Einhaltung der Brandschutzvorschriften.[1] Trotz wiederholter Hinweise darauf, dass eine Wiedereröffnung der Bühne erst nach restloser Erfüllung aller behördlichen Forderungen gestattet werden könne, offenbarte die gestrige Bauabnahme erhebliche Mängel.[1] Eine Reihe der wichtigsten Forderungen der Theaterpolizei blieb unerfüllt. Daher sahen sich die Beamten zum sofortigen Einschreiten gezwungen.[1]

Nur mit ausdrücklicher Rücksicht auf das zahlreich erschienene Publikum wurde die Premiere am gestrigen Abend ausnahmsweise zugelassen, um einen Eklat vor verschlossenen Türen zu vermeiden.[1] Der ironische Umstand des Abends entging den aufmerksamen Beobachtern jedoch nicht: Während das Ensemble auf der Bühne Schwierigkeiten lebendig gestaltete, die man eigentlich als überwunden betrachtete, kämpfte die Direktion hinter den Kulissen mit konkreten Bauauflagen.[1] Eugen Robert hatte bei seiner Inszenierung, in der sich eine Komödie allmählich zur Tragödie wandelt, eine ausgesprochen glückliche Hand bewiesen.[1] Raoul Aslan fand die müden Töne des genießenden Lebenskünstlers und überzeugte als faszinierender Don Juan, der selbst vor seinem besten Freund nicht haltmacht.[1] Hermann Valentin glänzte als treu ergebener Leporello, während Käthe Haack als entzückende Bürgersfrau die intime Stimmung der Aufführung trug.[1]

Der weitere Fortgang des Spielbetriebs bleibt allerdings streng untersagt.[1] Aus dem Bericht des Vorwärts geht unmissverständlich hervor, dass sich die Pforten der Tribüne erst dann wieder für das Berliner Publikum öffnen werden, wenn Direktor Robert sämtliche sicherheitspolizeilichen Forderungen ausnahmslos erfüllt hat.[1]