In den weitläufigen Räumlichkeiten am Kaiserdamm hat die dritte Große Deutsche Funkausstellung ihre Pforten geöffnet.[1] Die Schau füllt das Erdgeschoss sowie die Galerien der Funkhalle. Sie gilt als die bisher umfangreichste ihrer Art auf der Welt.[1]

Wie die Kölnische Zeitung berichtet, herrschte bei den Eröffnungsansprachen ein spürbar gedämpfter Ton. Dieser Ton spiegelt die gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der jungen Industrie wider.[1] Sowohl Messedirektor Dr. Schick als auch Staatssekretär a. D. Dr. Bredow, der den Postminister vertrat, wiesen auf einen notwendigen Bereinigungsprozess hin.[1] Seit der ersten Schau im Dezember 1924 sank die Zahl der apparateherstellenden Firmen im Verband der Funkindustrie von 112 auf lediglich 35.[1] Ungeeignete Elemente, die den aufstrebenden Rundfunk lediglich ausbeuten wollten, sind mittlerweile freiwillig oder gezwungen aus dem Markt geschieden.[1]

Trotz dieser harten Konsolidierung bei den reinen Apparatebauern verzeichnen die Hersteller von Zubehör und Einzelteilen ein starkes Wachstum.[1] Der Rundfunk gewinnt als volkstümliches Unterhaltungsmittel weiter an Bedeutung, insbesondere der Lautsprecher hat an Wichtigkeit zugenommen.[1] In den über 200 Ständen finden Besucher eine große Auswahl moderner Technik.[1] Die Telefunken-Gesellschaft präsentiert in besonders großer Auswahl hochwertige Senderöhren. Die Schuchardt-Gesellschaft stellt Apparate mit zwei bis vier Röhren aus.[1] Die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) weckt das Interesse der Besucher mit glockenförmigen Lautsprechern, die über eine spezielle Schallführung aus Holz verfügen.[1]

Besondere Beachtung verdient die historische Sonderschau der Deutschen Reichspost im Obergeschoss.[1] Dort wird neben einer Reliefkarte der deutschen Funktürme und Modellen verschiedener Empfangsantennen die rasante Entwicklung der Technik seit 1923 demonstriert.[1] Ein eigener kleiner Raum ist der Bildtelegrafie gewidmet. Deren großes Potenzial, so das Blatt, dürfte sich wohl erst in der Zukunft vollständig offenbaren.[1]