Ein furchtbares Unglück, das als die schlimmste Katastrophe ihrer Art gelten muss, die sich jemals auf den Britischen Inseln zugetragen hat, überschattet das öffentliche Leben in Irland.[1] Bei einem verheerenden Brand in einem Lichtspielhaus der irischen Ortschaft Drumcollogher nahe Limerick kamen nach übereinstimmenden Meldungen 47 Menschen ums Leben.[2][3] Wie die Badische Presse berichtet, brach das Feuer während der abendlichen Filmvorführung in dem dicht gefüllten Saal aus.[1] Weitere elf Personen erlitten teils schwerste Brandverletzungen und mussten medizinisch versorgt werden.[2]
Das betroffene Gebäude erwies sich als Todesfalle. Das Kino befand sich nach Informationen des Hong Kong Telegraph erst seit wenigen Wochen im Besitz eines ortsansässigen Einwohners und war vollständig aus Holz errichtet.[2] Die leicht brennbare Bausubstanz sowie die geringe Höhe des Gebäudes von lediglich 15 Fuß trugen wesentlich zur raschen Zerstörung bei.[4] Dem Pariser Figaro zufolge entzündete sich während der laufenden Vorstellung plötzlich ein Filmstreifen.[3] Von dort griffen die Flammen sofort auf das trockene Holzgerüst des Saales über.[4] Das Feuer brach im Vorführraum aus, der sich unglücklicherweise in unmittelbarer Nähe des einzigen Ausganges befand.[2]
Als die ahnungslose Menge die drohende Gefahr erkannte, setzte eine tödliche Fluchtbewegung ein. Nach Berichten des Harburger Tageblatt versuchten mehrere Anwesende noch, die Menge lautstark zur Besonnenheit zu ermahnen.[4] Diese Aufrufe blieben jedoch ohne Wirkung.[1] Die gesamte Zuschauerschaft drängte in blinder Verzweiflung auf den einzigen Ausgang zu, wodurch dieser binnen Sekunden vollständig verstopft wurde.[1][3] Die Ausweglosigkeit verstärkte sich dadurch, dass der Weg aus dem erhöhten Saal ins Freie nur über eine schmale Leiter zum Erdboden führte.[1] Unter dem massiven Druck der drängenden Menschenmenge brach diese Leiter schließlich zusammen.[2] In dem entstehenden Nadelöhr wurden zahlreiche Besucher niedergetrampelt.[2][3]
In diesem kritischen Moment versagte auch die elektrische Beleuchtung des Kinos, sodass die Katastrophe in vollkommener Finsternis ihren Lauf nahm.[1] Aus den Berichten des Hufvudstadsbladet geht hervor, dass sich während des Brandes erschütternde Szenen abspielten.[5] Etwa hundert Besuchern gelang es unter Aufbietung aller Kräfte, dem brennenden Gebäude zu entkommen. Die übrigen Eingeschlossenen waren dem Tod preisgegeben.[2] Bereits nach wenigen Minuten stürzte die hölzerne Konstruktion krachend in sich zusammen und begrub Männer, Frauen und Kinder unter den Trümmern.[1][4]
Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Nacht, während Ambulanzen im Einsatz waren, um die Verletzten abzutransportieren.[2] Von den 47 Todesopfern konnten die Helfer zunächst nur einen Teil der Leichen aus den Ruinen bergen.[5][3] Unter den geborgenen Opfern befinden sich 20 Frauen, zehn Männer und zehn Kinder.[4] Die Identifizierung gestaltet sich als äußerst grausam und schwierig, da die Körper fast ausnahmslos bis zur Unkenntlichkeit verkohlt sind.[1] Über die genaue Ursache für die Entzündung des Zelluloidfilms liegt den ermittelnden Behörden bislang noch keine Erkenntnis vor.[1] Wie das Harburger Tageblatt hervorhebt, fielen der Tragödie zumeist junge Leute und Kinder zum Opfer, weshalb die kleine Ortschaft nun vor einer unermesslichen Trauer steht.[4]