Die föderale Regierung des australischen Commonwealth hat am vergangenen Wochenende an den Wahlurnen eine überaus schwere innenpolitische Niederlage erlitten.[1] Wie der Pariser Temps durch seinen Londoner Korrespondenten meldet, richtete sich das Referendum vom Samstag gegen die von der Regierung geplante neue Sozial- und Wirtschaftsgesetzgebung.[1] Die Wählerschaft lehnte die beiden zentralen Regierungsvorlagen mit unerwarteter Deutlichkeit ab.[1][2] Den bisherigen Zählungen zufolge, die ein Gesamtvolumen von über drei Millionen abgegebenen Stimmen umfassen, entfielen auf die Vorschläge lediglich 1.321.432 Ja-Stimmen, während 1.911.125 Wähler mit Nein votierten.[1] Bemerkenswert ist hierbei die geografische Verteilung: Mit Ausnahme von Neusüdwales stellten sich alle anderen australischen Bundesstaaten gegen die weitreichenden Pläne des Kabinetts.[1]
Im Mittelpunkt der abgelehnten Reformvorhaben standen erweiterte Befugnisse für die föderale Bundesgerichtsbarkeit.[2] Nach Berichten des Hong Kong Telegraph sollten die Gerichte weitreichende Kompetenzen erhalten, um in schwerwiegenden Handels- und Arbeitskonflikten künftig schlichtend einzugreifen.[2] Ferner hätte die zweite Vorlage die Regierung ermächtigt, die Interessen der Allgemeinheit bei drohenden oder bereits eingetretenen Unterbrechungen lebenswichtiger Dienstleistungen mit Sondervollmachten zu schützen — ein Vorhaben, das die Wähler nun mit klarer Ablehnung begegneten.[2] Die australische Wählerschaft verweigerte der Zentralregierung diese geplante Verfassungsänderung zur Machtausweitung. Premierminister Stanley Bruce zog umgehend die Konsequenzen aus der empfindlichen Abstimmungsniederlage.[2] Auf die Frage nach dem weiteren politischen Vorgehen der Regierung erklärte der Premierminister nüchtern, das Volk habe gesprochen, und somit bleibe für das Kabinett in dieser speziellen Angelegenheit nichts weiter zu tun.[2]