Nachdem sich der Einsatz von weiblichen Schutzorganen in Köln in außergewöhnlichem Maße bewährt hat, vollzieht sich nun eine weitreichende organisatorische Neuerung im deutschen Polizeiwesen.[1] Wie das Madrider Blatt El Sol berichtet, wurde aufgrund der dort erzielten hervorragenden Resultate beschlossen, die Frauenpolizei auch in Frankfurt am Main, Berlin und verschiedenen anderen deutschen Großstädten einzuführen.[1] Die Reichshauptstadt schreitet bei dieser Entwicklung zügig voran. Gegenwärtig versehen in Berlin bereits 17 Frauen ihren regulären polizeilichen Dienst.[1] Diese erste Gruppe von Beamtinnen bildet — wie aus den Korrespondentenberichten hervorgeht — jedoch lediglich den Auftakt für einen systematischen Ausbau. Dem El Sol zufolge bereiten sich derzeit zahlreiche weitere Anwärterinnen darauf vor, zeitnah in das neu geschaffene Korps einzutreten.[1]
Erfolgreiche Einführung der Frauenpolizei in deutschen Städten
Kölner Vorbild überzeugt die Behörden — Bereits 17 Beamtinnen in der Reichshauptstadt im Einsatz — Frankfurt am Main bereitet sich vor
Berlin, 9. September.
Historische Einordnung
Die Weimarer Republik gilt als Pionierin bei der Etablierung weiblicher Polizeikräfte in Deutschland. Auf Initiative von Josephine Erkens wurde 1923 in Köln die erste Abteilung der Weiblichen Kriminalpolizei (WKP) gegründet, die vor allem in der Sittenpolizei und der Jugendfürsorge tätig war. Während der NS-Zeit wurde die Frauenpolizei in ihren Befugnissen drastisch beschnitten und als 'Weibliche Kriminalpolizei' in den Repressionsapparat des Regimes integriert.
- El Sol (Madrid) (Hemeroteca Digital (BNE)) 1926-09-09