Die italienische Regierung treibt die Stabilisierung der Lira mit großem Nachdruck voran. Wie das Hufvudstadsbladet nach einem Gespräch mit dem italienischen Gesandten Graf Emilio Pagliano berichtet, bilden die jüngsten Finanzmaßnahmen eine logische Fortsetzung der Wirtschaftsstrategie.[1] Die von Finanzminister Graf Volpi ausgearbeiteten Pläne wurden bereits Anfang August vom Ministerrat gebilligt und durch den Regierungschef in Pesaro der Öffentlichkeit verkündet.[1]
Ziel der Wirtschaftsführung ist einerseits die Verbesserung der Handelsbilanz durch eine strenge Drosselung unnötiger Importe, andererseits eine zielbewusste Kreditpolitik.[1] In Italien existiert fortan nur noch eine einzige Emissionsbank, die zunehmend unabhängig von der Staatskasse agieren soll.[1] Bei ihr werden sämtliche Devisengeschäfte zentralisiert, einschließlich der Beschaffung ausländischer Währungen für den Staat.[1]
Um den Währungsumlauf zu verringern, hat das Kabinett einschneidende Deflationsmaßnahmen beschlossen. So wird die Zirkulation durch die Einziehung von Staatskassenanweisungen um 500 Millionen Lire entlastet.[1] Ebenso verschwinden die 25-Lire-Scheine aus dem Verkehr, wodurch weitere 400 Millionen Lire dem Markt entzogen werden; stattdessen sollen neue Silbermünzen zu fünf und zehn Lire geprägt werden.[1]
Unterdessen reagieren die internationalen Börsen noch abwartend. Nach Angaben des Hamburger Echo zeigte sich die Lira im Devisenverkehr zuletzt leicht nachgebend. London notierte für Mailand einen Kurs von 135,75.[2]