Lucie Delarue-Mardrus, eine in Frankreich gefeierte Schriftstellerin, hat sich mit einem neuen Buch an die weibliche Öffentlichkeit gewandt.[1] Darin vertritt sie die These, dass das Hauptziel und die wahre Macht der Frau trotz aller feministischen Fortschritte weiterhin darin bestehen, zu gefallen.[1] Laut dem Pariser Temps richtet sich die Autorin deutlich gegen jene Strömungen des sogenannten ‚Feminismus‘, deren eigentliches Programm eine bloße Vermännlichung sei.[1] Während Männer körperliche Mängel leicht durch geistige oder charakterliche Qualitäten ausgleichen könnten, bilde die äußere Anmut für die Frau eine unerlässliche Basis.[1]

Folgerichtig ruft Delarue-Mardrus ihre Geschlechtsgenossinnen offen dazu auf, sich zu schminken, sofern dies mit Kunstfertigkeit und Maß geschehe.[1] Ihre Ratschläge beschränken sich jedoch nicht auf die Äußerlichkeit.[1] Die französische Zeitung hebt hervor, dass die Verfasserin ebenso großen Wert auf die innere Haltung legt.[1] Bosheit, Eifersucht und Eitelkeit entstellen das Gesicht; ein reines Gewissen hingegen ist die beste aller kosmetischen Cremes.[1] Schließlich rät die Autorin den Frauen eindringlich davon ab, den natürlichen Alterungsprozess erbittert zu bekämpfen.[1] Es sei weitaus würdevoller, das eigene Alter zu akzeptieren und sich entsprechend zu kleiden, als durch den krampfhaften Erhalt der Jugend sich der Lächerlichkeit preiszugeben.[1]