Die Pläne für eine direkte Überquerung des Atlantischen Ozeans auf dem Luftweg nehmen zunehmend konkrete Gestalt an.[1] Wie die Washington Post berichtet, absolvierte der französische Jagdflieger und Weltkriegsveteran René Fonck am gestrigen Donnerstag einen überaus erfolgreichen Probeflug von New York nach Washington.[1] Dieser Flug gilt als entscheidende Vorbereitung für sein Vorhaben, noch in diesem Monat einen Flug ohne Zwischenlandung von Nordamerika nach Europa zu wagen.[1]
Der eigens für dieses Unterfangen konstruierte dreimotorige Großdoppeldecker aus den Werkstätten des Flugzeugbauers Igor Sikorsky stieg in Long Island auf. Nach einer Strecke von rund 400 Kilometern landete er auf dem Marineflugplatz Anacostia nahe der amerikanischen Hauptstadt.[1] An Bord der Maschine befanden sich neben Fonck zwölf Passagiere. Zu ihnen zählten der Konstrukteur Baron Sikorsky selbst sowie der amerikanische Marineleutnant Allan P. Snody, der bei der Ozeanüberquerung als Navigator und Hilfspilot vorgesehen ist.[1] Nach Angaben der Los Angeles Times bewältigte der riesige Apparat, der auf den Namen „New York-Paris“ getauft wurde, die Distanz in zwei Stunden und fünfzig Minuten.[2] Die Maschine war während des gesamten Fluges in ständiger drahtloser Verbindung mit den Bodenstationen.[2] Fünf Kompasse sind bereits an Bord installiert, um die Navigation über die weite Wasserfläche zu sichern.[2]
Die Ankunft in Washington gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Schauspiel.[1] Ein Begleitflugzeug empfing den Riesenapparat über der Stadt und wies ihm den Weg zum sicheren Landeplatz.[1] Die Begeisterung der am Boden wartenden Menschenmenge war so groß, dass die Schaulustigen kaum zurückgehalten werden konnten, ehe das Fahrgestell den Boden berührte.[1] Zu den prominenten Beobachtern auf dem Flugfeld zählte Generalmajor Patrick, der Chef der Heeresflieger. Nach Berichten der amerikanischen Presse zeigte er sich sehr zufrieden mit der Leistung der Maschine.[2]
Auch in der französischen Heimat des Piloten wird das ehrgeizige Unternehmen mit größtem Interesse verfolgt.[3] Dem Pariser Figaro zufolge habe der Probeflug vollauf die Erwartungen erfüllt und sei glänzend verlaufen.[3] In etwa fünfzehn Tagen, so verlautet es aus dem Umfeld der Flieger, soll der eigentliche Transatlantikflug in Angriff genommen werden. Für diesen Flug wird das Flugzeug in den kommenden Tagen noch umfangreichen Belastungstests unterzogen.[2]