Wie das Hamburger Echo meldet, findet vom 3. bis zum 5. Oktober dieses Jahres in Wien der erste Paneuropa-Kongress statt.[1] Die Tagung wird von der Paneuropäischen Union einberufen und gliedert sich in eine politische sowie eine wirtschaftliche Sektion.[1] Die Leitung liegt in den Händen von Richard N. Coudenhove-Kalergi. In einem veröffentlichten Aufruf erklärt er, der Kongress sei die „erste große Kundgebung europäischer Einigkeit“ und der Mittelpunkt aller Bemühungen um einen Zusammenschluss des Kontinents.[1]
Es handelt sich ausdrücklich um einen Kongress der Völker, nicht der Regierungen.[1] Das zentrale Programm der Bewegung fordert den Abbau der innereuropäischen Grenzen. Ihre gegenwärtige Form wird als Bedrohung für den Frieden angesehen.[1] Stattdessen sollen ein System obligatorischer Schiedsverträge und der Ausbau eines großen europäischen Marktes eingeführt werden.[1] Ferner beraten die Teilnehmer über Minderheitenschutz, Währungsunionen sowie das Verhältnis eines geplanten Staatenbundes zu England, der Sowjetunion und dem Völkerbund.[1]
Der Idee haben sich bereits führende Persönlichkeiten aus allen Teilen der Welt angeschlossen.[1] Nach Angaben des Hamburger Echo amtiert Reichstagspräsident Paul Löbe als Vorsitzender des deutschen Komitees. Édouard Herriot leitet die französische, Ignaz Seipel die österreichische Sektion.[1] Auch in Großbritannien und den Vereinigten Staaten haben sich, unter der Führung von Wickham Steed beziehungsweise Professor Stephen Duggan, kooperative Komitees gebildet.[1] Die Organisatoren erwarten, mit dieser Zusammenkunft die Politik vor einem neuen Krieg und die europäische Wirtschaft vor weiterem Niedergang zu bewahren.[1]