Die herbstlichen Übungen der Reichswehr traten am gestrigen Tage in eine neue Phase ein. Wie die Deutsche Allgemeine Zeitung meldet, musste die rote Brigade unter Führung von Oberst von Sehmsdorf, dem Kommandanten von Glatz, zunächst dem feindlichen Angriff weichen. Sie zog sich kämpfend in Richtung Mesendorf zurück.[1] Die verfolgenden Truppen der blauen Brigade unter Oberst von Unruh schwenkten derweil in die Linie zwischen Pritzwalk und Kemnitz ein und begannen gegen Mittag den Hauptangriff.[1]

Dieser Vorstoß wurde jedoch durch einen gut ausgeführten Gegenangriff der roten Seite abgewehrt.[1] Besonders entscheidend war hierbei das Eingreifen eines als Attrappe dargestellten Kampfwagenbataillons. Dieses nahm den linken Flügel der blauen Truppen in die Zange und verschaffte der roten Brigade einen taktischen Vorteil.[1] Gegen 14 Uhr ließ das Signal „das Ganze halt“ die Gefechtshandlungen der ersten Übungstage enden.[1]

Die Truppen waren den großen körperlichen Anforderungen gewachsen. Nach Angaben der Badischen Presse, die den Aufmarsch in den Übungsräumen beobachtet hatte, zeigte sich die Wirkung der vorausgegangenen sportlichen Vorbereitung besonders bei den Marschleistungen mit vollem Gepäck.[2] Das Blatt hob zudem die freundliche Aufnahme der Soldaten in den Unterkünften hervor. Dies sei ein Zeichen für die Verbundenheit der ländlichen Bevölkerung mit der Truppe.[2]