Das bekannte französische Fliegerass Hauptmann René Fonck steht unmittelbar vor dem kühnen Unterfangen, den Atlantischen Ozean in einem Nonstopflug von New York nach Paris zu überqueren.[1] Wie die Los Angeles Times berichtet, soll der Start des riesigen Sikorsky-Doppeldeckers auf dem hiesigen Roosevelt-Flugfeld im ersten Morgengrauen erfolgen.[1] Als Navigator der Unternehmung fungiert der amerikanische Marineleutnant Lawrence Curtin, der die Wetterkarten des Nordatlantiks in den vergangenen Stunden noch einmal eingehend studierte.[1] Bei dem spektakulären Vorhaben geht es nicht zuletzt um den von Raymond Orteig ausgesetzten Preis in Höhe von 25.000 Dollar. Dieser winkt demjenigen, der als Erster die beiden Metropolen in einem direkten Flug verbindet.[1]

Dem Startplan zufolge soll die Maschine um 4:30 Uhr amerikanischer Standardzeit abheben.[2] Curtin betonte kurz nach Mitternacht, man werde aufsteigen, „sobald es hell genug ist, um etwas zu sehen“.[1] Nach Angaben der Washington Post kündigte der Navigator an, dass man trotz ungünstiger Wetterbedingungen an der Ostküste starten werde.[2] Die Flieger erwarten, die lokalen atmosphärischen Störungen durch einen raschen Aufstieg überfliegen zu können, um günstigere Luftschichten zu erreichen.[2] Curtins Kollege, Leutnant Frederick Nelson, erläuterte die meteorologische Lage: Die Bedingungen seien für diese Jahreszeit zwar leicht unterdurchschnittlich, jedoch wäre ein Startversuch in zwei Wochen gänzlich unmöglich.[2] Bei einem derart ausgedehnten Flug müsse ohnehin zu jeder Jahreszeit mit schlechtem Wetter gerechnet werden.[2] Man plane daher, ausreichend Höhe zu gewinnen, um vorteilhafte Winde zu nutzen, sobald man Neufundland passiert.[2] Ein über dem mittleren Nordatlantik gemeldetes Sturmtief solle weiträumig umflogen werden. Das gute Wetter auf der europäischen Seite werde die anfänglichen Schwierigkeiten voraussichtlich ausgleichen.[2]

Die technische Zuverlässigkeit des Flugapparates wurde erst am Vortag bei einem ausgiebigen Test auf die Probe gestellt.[2] Bei diesem Probeflug, der sich über eine Distanz von 60 Meilen auf das offene Meer hinaus erstreckte, steuerte Leutnant Curtin die gewaltige Maschine zum ersten Mal selbst.[2] Der Flug dauerte eine Stunde und 40 Minuten; dabei wurde eine Höhe von 6000 Fuß erreicht.[2] Die Leistungen des Doppeldeckers lösten bei der Besatzung große Begeisterung aus.[2] Hauptmann Fonck vertraut nun vollständig auf die Berechnungen seines Navigators und teilte mit, er werde um 4:05 Uhr am Hangar eintreffen, um 25 Minuten später den Flug anzutreten.[2] Für die wagemutige Besatzung beginnen nun, wie Curtin bemerkte, die wohl anstrengendsten 36 Stunden ihres Lebens.[1]