Die Debatte um die strikte Durchsetzung der Alkoholverbotsgesetze in den Vereinigten Staaten gewinnt im Vorfeld der kommenden Kongresssitzungen an Schärfe. Wie die Washington Post berichtet, planen die Befürworter der Prohibition eine umfassende legislative Offensive, um jegliche Aufweichung der bestehenden Regelungen zu verhindern.[1]

Als treibende Kraft tritt dabei abermals die amerikanische Antisaloon-Liga auf. Ihr leitender Rechtsbeistand, Wayne B. Wheeler, skizzierte am Sonntag bei einer Ansprache in der südlichen Bischöflichen Methodistenkirche in Mount Vernon im Bundesstaat New York das ehrgeizige Programm, das dem nächsten Kongress zur Verabschiedung vorgelegt werden soll.[1] Wheeler betonte, dass die Befürworter der Abstinenz bei der Durchsetzung des 18. Verfassungszusatzes „kein Pardon“ geben oder erwarten würden.[1]

Nach Angaben der Washington Post umfasst das Gesetzespaket mehrere weitreichende Maßnahmen.[1] Im Mittelpunkt steht ein Umstrukturierungsentwurf, der die Einrichtung separater Ämter für Prohibition und für Zollangelegenheiten im amerikanischen Finanzministerium vorsieht.[1] Dieses Vorhaben wird von der sogenannten Goff-Vorlage begleitet, die das nationale Prohibitionsgesetz weiter verschärfen soll. Hinzu kommen Entwürfe zur Personalaufstockung und zum Ausbau der Infrastruktur.[1]

Besondere Aufmerksamkeit erfährt zudem die Ankündigung der Stalker-Vorlage, die deutlich härtere Strafen für Gesetzesbrecher vorsieht.[1] Der Rechtsbeistand der Liga wies darauf hin, dass alle genannten Vorlagen — mit Ausnahme der Strafverschärfung — bereits eines der beiden Kongresshäuser passiert hätten und nun im jeweils anderen Haus auf der Tagesordnung stünden.[1] Der Rede war zu entnehmen, dass ein Nachgeben der Prohibitionskräfte trotz des wachsenden gesellschaftlichen Widerstands nicht zu erwarten ist.[1]