Der amerikanische Automobilfabrikant Henry Ford hat eine weitreichende Umgestaltung der Arbeitsbedingungen in seinen Werken angekündigt, die in ihrer Radikalität an die Einführung des Achtstundentages vor über zehn Jahren erinnert.[1] Wie die amerikanische Washington Post berichtet, wird die Fünftagewoche künftig als verbindlicher Standard für alle Arbeiter des Unternehmens gelten.[1] Den Beschäftigten in den rund fünfzig verschiedenen Produktions- und Arbeitsbereichen, die unter Fords Kontrolle stehen, soll neben dem Sonntag nun auch der Samstag als voller Ruhetag gewährt werden.[1]

Die Umsetzung dieser Maßnahme begann bereits im Juli dieses Jahres mit Versuchen bei einigen Arbeitsschichten. Sie soll nun schrittweise auf alle Zweige der Ford-Industrie ausgedehnt werden.[1] An der täglichen Arbeitszeit von acht Stunden wird festgehalten. Reguläre Schichten sollen künftig ohne Überstunden fortgeführt werden.[1]

Bemerkenswert ist die Neuregelung der Entlohnung. Nach Angaben der Zeitung wird die Verkürzung der Arbeitszeit nicht zu einer Lohnminderung führen.[1] Die Löhne werden weiterhin auf der bisherigen Sechstagebasis berechnet, sofern die Leistung der Arbeiter nach dem Ermessen der Werksleitung einen solchen Ausgleich rechtfertigt.[1] Die Leitung des Konzerns hofft, dass die Arbeiterschaft den zusätzlichen freien Tag durch erhöhte Anstrengung und Produktivität während der verbleibenden Arbeitszeit ausgleichen wird.[1] Bereits vor einem Jahrzehnt hatte Ford erklärt, eine derartige Arbeitszeitverkürzung einführen zu wollen; nun wird dieser Plan für die gesamte Belegschaft verwirklicht.[1]