Ein Telegramm des amerikanischen Expeditionsleiters Professor Stirling hat in wissenschaftlichen Kreisen erhebliche Aufmerksamkeit erregt.[1] Wie der Nieuwe Rotterdamsche Courant aus Niederländisch-Indien meldet, stieß die niederländisch-amerikanische Forschungsexpedition nach viermonatiger Reise in das unwirtliche Innere Neuguineas vor und entdeckte dort bislang unbekannte Pygmäenstämme.[1] Die Forscher passierten gefährliche Stromschnellen des Mamberamo-Flusses, überquerten das Van-Rees-Gebirge und folgten dem Lauf des Rouffaer-Flusses.[1]

Laut dem Telegramm leben diese Stämme isoliert in den bewaldeten Bergregionen und haben keinen Kontakt zu den papuanischen Völkern der Küste.[1] Nach einem fünftägigen Aufstieg über steile Gebirgspfade erreichte eine Vorhut das Siedlungsgebiet. Dabei musste sie eine von den Einheimischen erbaute Bambusbrücke über den Fluss passieren.[1] Professor Stirling und der aus Chicago stammende Forscher Stanley Hedberg berichten von einer unerwartet friedlichen ersten Begegnung.[1] Ein unerschrockenes Mädchen nahm die Männer lachend in Empfang und erfreute sich an bunten Glasperlen, bevor weitere Bewohner — Männer wie Frauen — aus ihren Häusern traten.[1]

Dem niederländischen Blatt zufolge heben die Forscher den markanten Unterschied zu den als kriegerisch bekannten Küstenstämmen hervor.[1] Die Pygmäen seien zurückhaltend, sprächen oft im Flüsterton und traten den Fremden ohne Scheu, aber mit großer Hilfsbereitschaft entgegen.[1] Sie überreichten den Wissenschaftlern und ihren asiatischen Trägern umgehend Geschenke, zu denen kleine Bogen, Pfeile sowie Armbänder aus Bambus gehörten.[1] Die Stämme betreiben eine eigene Form der Landwirtschaft; sie pflanzen Tabak, Süßkartoffeln sowie Bananen an und züchten Schweine.[1] Anthropologisch deuten ihre physischen Merkmale auf eine Verwandtschaft mit den Negritos hin.[1] Der Proviant der Forschertruppe drohte im unwegsamen Gelände knapp zu werden, doch sicherte der militärische Befehlshaber, Kapitän Posthumus, das Überleben der Männer, indem er einen umfangreichen Nachschubtransport vom Albatros-Lager über dreihundert Meilen in das Hauptquartier führte.[1]