Nach Angaben des Pariser Le Temps hat das halbamtliche Organ des Vatikans, der Osservatore Romano, in einer neuen Note zu dem wiederauflebenden Interesse an der sogenannten Römischen Frage Stellung genommen.[1] Die päpstliche Zeitung stellt fest, dass die vor 56 Jahren für den Heiligen Stuhl geschaffene Situation im Kern bis heute ohne wesentliche Veränderung geblieben ist.[1] Der derzeitige Zustand entspricht weder dem Recht noch der Würde jener tatsächlichen Unabhängigkeit, die für die universelle spirituelle Mission des Souveränen Pontifex unerlässlich ist.[1]
Der Westfälische Merkur liefert weitere Einzelheiten zur vatikanischen Argumentation. Die dem Papst zugestandenen Vorrechte und Immunitäten seien deutlich geringer als diejenigen der Diplomaten, die bei ihm beglaubigt sind.[2] Mitglieder des diplomatischen Korps können unter dem Schutz des internationalen Rechts auf eigenem Territorium frei handeln. Der Papst jedoch ist im eigenen Hause nicht Herr.[2] Diese Tatsache allein zeigt jedem moralisch und politisch gerade Gesinnten, dass die gegenwärtige Lage des Papstes auf Dauer unerträglich ist.[2]
Unterdessen trat der Vatikan auch Spekulationen über seine finanzielle Position entgegen. Der Osservatore Romano dementierte formell Berichte, die in den Vereinigten Staaten über die angebliche Aufnahme einer neuen vatikanischen Anleihe kursierten.[2] Wie der Westfälische Merkur hierzu ausführt, sind keinerlei weitere Finanzierungsmaßnahmen in Amerika beabsichtigt.[2] Der Heilige Stuhl hatte lediglich vor Jahresfrist amerikanisches Kapital in Anspruch genommen, um den Ankauf der Villa Gabrieli zu ermöglichen.[2] Diese Liegenschaft ist für das amerikanische Seminar sowie die Kongregation der Propaganda Fide bestimmt.[2]