Ein verheerender Taifun hat an der südchinesischen Küste gewütet und insbesondere in der portugiesischen Kolonie Macao schwere Verwüstungen angerichtet.[1] Nach Angaben des Hong Kong Telegraph befürchtet man den Verlust von mindestens zweitausend Menschenleben.[2] Die meisten Opfer sind unter der einheimischen Fischerbevölkerung zu beklagen, die von dem schweren Sturm auf offener See überrascht wurde.[2]

Wie die China Mail meldet, war die gesamte Fischereiflotte von Macao ausgelaufen, kurz bevor der Wirbelsturm mit voller Wucht losbrach.[1] Über die genaue Anzahl der vermissten Schiffe gehen die Angaben auseinander: Während einige Quellen von dreihundert hochseetüchtigen großen Dschunken sprechen, belaufen sich andere Schätzungen auf bis zu siebenhundert Boote.[1][2] Bislang ist kein einziges dieser Schiffe in den sicheren Hafen zurückgekehrt.[2]

Das schreckliche Schicksal der Seeleute verdeutlicht der Bericht eines Überlebenden der Dschunke Nummer 8130HA.[1] Das Schiff kenterte mit siebenundzwanzig Personen an Bord. Zwanzig von ihnen ertranken in den tosenden Fluten.[1] Der Überlebende wurde von dem Schiff Blanco gerettet.[1] Auch Kriegsschiffe blieben von der Naturgewalt nicht verschont. So befand sich das portugiesische Kanonenboot Macao in schwerer Seenot und meldete erhebliche Schäden am Schiffskörper.[1]

In Hongkong selbst stand das öffentliche Leben und der Geschäftsbetrieb den gesamten gestrigen Tag über still.[1] Der internationale Schiffsverkehr erlitt empfindliche Verzögerungen, da große Passagierdampfer wie die amerikanische President Garfield ihre Route ändern mussten, um dem Zentrum des Sturms auszuweichen.[1] Dem Vernehmen nach bereitet die Regierung von Hongkong derzeit ein offizielles Beileidsschreiben an den Gouverneur von Macao vor, um der Nachbarkolonie ihr tiefes Mitgefühl für den enormen Verlust an Menschenleben auszudrücken.[1]