In weiten Teilen Asiens macht sich gegenwärtig eine tiefgreifende kulturelle Umwälzung bemerkbar. Wie der Vorwärts berichtet, streben zahlreiche asiatische Völkerschaften schon seit einiger Zeit danach, die überlieferten und sehr schwierigen arabischen sowie andere orientalische Schriftzeichen abzuschaffen.[1] An ihre Stelle sollen Buchstaben europäischer Alphabete treten, da diese in den Volksschulen leichter zu erlernen sind.[1] Während man in der Türkei und bei den kaukasischen Mohammedanern bereits mit der schrittweisen Einführung lateinischer Buchstaben begonnen hat, lässt sich in den östlichen Gebieten der Sowjetunion eine andere Entwicklung beobachten.[1]

Auch bei verschiedenen mittelasiatischen und sibirischen Volksstämmen zeigt sich das Bestreben, eine einfachere Schrift einzuführen.[1] Die Sowjetregierung unterstützt diese Bemühungen, soweit es ihr möglich ist.[1] Die sowjetischen Blätter vermelden dazu, dass bei diesen genannten Völkerschaften der ausdrückliche Wunsch besteht, nicht die lateinischen Buchstaben, sondern die Schriftzeichen des russischen Alphabets zu übernehmen.[1]

Dem Vorwärts zufolge hält sich aus diesem Grund derzeit eine eigens angereiste Delegation von Lehrern mehrerer asiatischer Nationalitäten in Moskau auf.[1] Die Abordnung führt ausgiebige Besprechungen mit den leitenden Persönlichkeiten des Bildungskommissariats.[1] Ziel der Unterredungen ist, für die oiratische Sprache und die mit ihr verwandten Dialekte ein neues Alphabet auf der Grundlage russischer Buchstaben einzuführen.[1] Darüber hinaus setzen sich die asiatischen Pädagogen dafür ein, dass geeignete Lehrbücher zum Lesen- und Schreibenlernen für den Einsatz in den Volksschulen gedruckt und herausgegeben werden.[1] Nach dem Bericht wird das russische Bildungskommissariat diesen Wünschen der asiatischen Lehrer in vollem Umfang entsprechen.[1]