Die bayerische Landesregierung hat beschlossen, den umstrittenen russischen Monumentalfilm Panzerkreuzer Potemkin — ungeachtet der vorherigen Freigabe durch die Berliner Zensurbehörden — für das gesamte Gebiet des Freistaates zu verbieten.[1] Nachdem die Filmprüfstelle in der Reichshauptstadt den Streifen unlängst in einer stark gekürzten Fassung für das Kino zugelassen hatte, rief die Vorführung in München heftigen Protest nationaler und konservativer Kreise hervor.[1] Wie aus gut unterrichteten Quellen verlautet, sieht das bayerische Innenministerium in dem Werk eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.[2]

Der Film, der die Meuterei auf einem russischen Kriegsschiff drastisch ins Bild setzt, sei laut den Behörden geeignet, staatsfeindliche Gesinnungen in der Bevölkerung zu schüren.[1] Trotz der erheblichen Zensurschnitte der Reichsbehörden sei die offenkundig revolutionäre Tendenz des Werkes weiterhin unverkennbar.[2] Dem Vorwärts zufolge stößt das Vorgehen der bayerischen Verwaltung in linken Kreisen auf scharfe Kritik. Die Kunstfreiheit werde durch solche Sonderwege der Länder beschnitten.[1] Die Münchener Polizeidirektion hat sämtliche Kinobetreiber angewiesen, den Film unverzüglich aus dem Programm zu nehmen und alle verfügbaren Kopien sicherzustellen.[2]