Der französische Innenminister hat an sämtliche Präfekten ein Rundschreiben gerichtet, in dem die polizeilichen Verordnungen für in Frankreich lebende Ausländer mit Nachdruck erneuert werden.[1] Wie der Westfälische Merkur berichtet, richtet sich dieser Erlass unzweifelhaft gegen die in der Republik ansässigen Faschisten und Antifaschisten.[1] In dem ministeriellen Schreiben wird ausdrücklich erklärt, dass die bestehenden gerechten Vorschriften von bestimmten ausländischen Elementen sowie von fremdsprachigen Zeitungen vielfach missachtet würden.[1] Diese Blätter, die auf französischem Boden erscheinen, betrieben eine verhetzende Polemik. Die Duldung dieser Zeitungen müsse nunmehr ein unverzügliches Ende finden.[1]
Um der anhaltenden Agitation Herr zu werden, sind die zuständigen Behörden angewiesen, eine weitaus aufmerksamere Kontrolle über die Auslandspresse auszuüben, der diese polemische Einflussnahme zur Last gelegt wird.[1] Ferner wird administrativ verfügt, dass allen fremdsprachigen Plakaten künftig französische Übersetzungen zwingend beigegeben werden müssen.[1] Ein weiterer zentraler Punkt des Erlasses betrifft die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit im Straßenbild. So sollen die Präfekten den Ausländern das öffentliche Tragen politischer Abzeichen strikt verbieten. Diese Abzeichen werden als Provokation angesehen und könnten ruhestörende Kundgebungen oder gar gewalttätige Zwischenfälle herbeiführen.[1]