Die Vorgänge in Nordschleswig rufen in der dänischen Hauptstadt zunehmende Beunruhigung hervor. Wie die Kölnische Zeitung aus Kopenhagen meldet, ist es unter den Anhängern der radikalisierten Bauernbewegung zu einer weiteren Verhaftung gekommen.[1] Die Unzufriedenheit der nordschleswigschen Landwirte, die sich um ihren Führer Cornelius Petersen scharen, scheint in eine offene Auflehnung gegen den Staat umzuschlagen.[1]
Neben dem 23-jährigen Leutnant Quistgaard, dessen Festnahme bereits großes Aufsehen erregte, befindet sich nun auch ein Lehrer namens Höjmerk Jensen in Polizeihaft.[1] Die Ermittlungsbehörden werfen dem Pädagogen vor, sich an landesverräterischen Handlungen, die Quistgaard zugeschrieben werden, direkt beteiligt zu haben.[1] Die Polizei in Kopenhagen macht zu den Einzelheiten der Untersuchung keine Angaben.[1]
Allerdings bestätigen sich Nachrichten aus Nordschleswig, wonach der verhaftete Leutnant Quistgaard im Vorfeld gezielt Briefe an aktive Offiziere der Armee versandt haben soll.[1] In diesen Schreiben forderte er die Militärs unmissverständlich auf, die Führung bei einem geplanten Umsturz gegen die Kopenhagener Regierung zu übernehmen.[1] Angesichts solcher weitreichender Vorbereitungen auf einen Umsturz aus den Reihen der Aufständischen greift die Staatsmacht nun entschlossen durch. In politischen Kreisen der Hauptstadt heißt es gerüchteweise, mittlerweile werde auch eine Inhaftierung des Bauernführers Cornelius Petersen ernsthaft erwogen, um den staatsfeindlichen Bestrebungen wirksam zu begegnen.[1]